Aachener Zellenwartlehrgang 2021

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Während andere des Winters ihren Fahrrädern, Booten oder Autos Liebe schenken, widmen wir uns unseren heißgeliebten Fluggeräten. Wo andere dabei aber vielleicht das Internet befragen oder eine Idee einfach ausprobieren können, wenn sie mal nicht weiterwissen, ist das in der Luftfahrt nicht ganz so einfach. Hier ist strenger Dienst nach Vorschrift gefragt, schließlich kann man in der Luft nicht einfach zur Seite fahren und anhalten, wenn das Ergebnis der Schrauberei nicht tut, was es soll. Deshalb gibt es hier sogenannte Zellenwartlehrgänge, in welchen wir die Fähigkeiten zur Arbeit am Flugzeug erwerben. Zusammen mit unserem hoffentlich eines Tages geschafften Segelflugschein dürfen wir dann etwa bestätigen, dass bestimmte Wartungs- oder Reparaturmaßnahmen korrekt durchgeführt wurden, und das Flugzeug so „freigeben“.

Nachdem ein früherer Jahrgang von uns den Lehrgang der Flugwissenschaftlichen Vereinigung Aachen bereits besuchen durfte und viel Gutes berichtet hat, haben wir uns auch diesmal wieder dafür entschieden. Darüber hinaus bot es für uns die gute Gelegenheit andere Akaflieger- bzw. Idaflieger:innen kennenzulernen.

Auch die andauernde Coronakrise konnte uns nicht davon abhalten, dort nun also zum zweiten Mal mit einer Delegation vertreten zu sein – wenngleich sie diesmal nur Huy und meine Wenigkeit (Marc) umfasste. Müde, aber aufgeregt schälten wir uns also an einem Dezembermorgen um 4:30 aus dem Bett und fuhren mit der Bahn einmal quer durch die Bundesrepublik. Kaum inmitten des malerischen Industriegebiets von Würselen bei Aachen angekommen, war das alles dank der herzlichen Aufnahme durch die versammelten Aachener jedoch schnell vergessen. Von Beginn an sorgten die Gastgeber wie auch die Gäste für eine sehr entspannte und spaßige Atmosphäre.

Das machte Laune auf die kommenden Tage, an denen uns jeweils ein Theorie- und ein Praxisteil erwarteten. Erstere beinhaltet den grundlegenden Flugzeugaufbau, Aufbau der Steuerung und Instrumente, Materialkunde und besonders beliebt, die rechtlichen Grundlagen.

Da die Aachener uns stets mit Hingabe mit warmen Mahlzeiten versorgten, konnten wir nach der Theorie immer gut genährt zur Tat schreiten. Auch sonst hatten die Gastgeber sichtlich Spaß am Lehrgang, sodass der zweite Teil des Tages recht unterhaltsam wurde.

In vier Gruppen aufgeteilt arbeiteten wir uns jeden Tag durch eine Station und versuchten uns im Abschleifen, dem Sichern von Schraubenverbindungen, der Ruder-Restmomentebestimmung, dem Laminieren und meinem persönlichen Highlight, der Reparatur eines Flügels. So verkehrt es sich anfühlt dazu einen Hammer in ein (bereits kaputtes) Flugzeugteil zu schlagen, macht es aber viel Spaß. Für mich war daran aber vor allem besonders spannend, das vorher in der Theorie Besprochene gleich anwenden zu können. An dieser Stelle geht unser Dank auch noch einmal insbesondere an den Aachener alten Herren Heiko, durch dessen großen Hintergrundwissens wir trotz der begrenzten Zeit während des Lehrgangs sehr viele Tipps und Tricks, aber vor allem Wissen mitnehmen konnten.

Neben dem Tagesprogramm ist auch die abendliche Atmosphäre nicht zu vergessen. Wir begegneten neuen, aber auf bekannte Weise verrückten Mitgliedern der anderen Akafliegs. In Erinnerung bleiben die gemeinsamen ausgedehnten Spaziergänge gegen den Lagerkoller trotz feindlicher Witterungsbedingungen und der gemeinsame Besuch auf dem Aachener Weihnachtsmarkt.

Am letzten Tag gabs dann doch noch schönes Wetter

– Verfasst von Marc